Trauer: Brigitte Bardot, Filmikone, verstorben
Ein Leben im Rampenlicht
Das Cover Nummer 252 vom 8. Mai 1950 der französischen Magazin-Ikone „Elle“ markiert einen entscheidenden Wendepunkt im Leben der damals 15-jährigen Brigitte Bardot. Der Regisseur Marc Allégret plant den Dreh eines Films und lädt Bardot ein. Zu dieser Zeit ist Roger Vadim, der spätere selbstständige Regisseur, noch Allégrets Assistent und soll mit ihr Probeaufnahmen machen. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre. Obwohl aus dem Film nichts wird, heiraten Bardot und Vadim drei Jahre später. Ihr erster berühmter Film entsteht: „Und ewig lockt das Weib“ (1956), der aufgrund der offenen Erotik damals als Skandalfilm gilt.
Frühe Jahre und Karrierebeginn
Brigitte Anne-Marie Bardot wird am 28. September 1934 in Paris geboren, in wohlhabenden Verhältnissen. Zunächst will sie Ballerina werden und trainiert fleißig, sogar im Konservatorium. Trotzdem wird sie nicht Tänzerin, sondern Schauspielerin. Doch die Liebe zum Tanzen bleibt ihr erhalten. Ob in „Und ewig lockt das Weib“, 1965 in „Viva Maria!“ mit Jeanne Moreau oder in „Don Juan 73“ (1973) – Bardot tanzt immer wieder. In ihrem ersten großen Film ist sie zwar noch nicht vollständig gefordert, doch die 95 Minuten machen sie über Nacht zum Star und beenden gleichzeitig ihre junge Ehe mit Vadim.
Das Licht des Ruhms
Im Alter von 22 Jahren ist Brigitte Bardot bereits bei allen Fotografen beliebt. Sie hasst es jedoch, ständig fotografiert zu werden. Um der „Hölle der Popularität“ zu entgehen, kauft sie die Villa „La Madrague“ in St. Tropez. Später wird ihr späterer Ehemann Gunter Sachs dort abertausende Rosenblätter abwerfen lassen.
Erfolge und Konflikte
Nach „Und ewig lockt das Weib“ folgen unvergessene Streifen. Ein weiterer Erfolg ist das Morddrama „Die Wahrheit“ aus dem Jahr 1960. Während einer Szene, in der Bardot weinen sollte, beginnt sie jedoch zu lachen. Der Regisseur Henri-Georges Clouzot schreit sie an, schüttelt sie und tritt ihr auf den Fuß, um sie zum Weinen zu bringen. Bardot reagiert ohne Furcht und auf ihre eigene Art – mit einer Ohrfeige. Danach verlässt sie den Drehort, während sie das Chanson trällert: „Ich bin, wie ich bin, ich kann das auch nicht ändern.“
Vielfältige Talente
Bardot hadert mit der „grausamen“ Welt des Films, in der man „genommen und wieder weggeworfen wird“. Mit 26 Jahren versucht sie sogar Selbstmord, dreht aber weiter. Es folgt das Meisterwerk der Regielegende Jean-Luc Godard „Die Verachtung“ (1963) mit Michel Piccoli. Bardots Talent entwickelt sich, sie wird zunehmend ernsthaftere Schauspielerin. Gleichzeitig erweitert sie ihr Repertoire und fängt an zu singen. „Bubble Gum“ (1965) und „Harley Davidson“ (1967), beide von Serge Gainsbourg geschrieben, werden zu Hits. In ihrer Karriere nimmt sie rund 80 Lieder auf.
Späte Reflexionen
Zu einem späteren Zeitpunkt zeigt sich vielleicht eine gewisse Milde. Im Jahr 2023, mit 88 Jahren, gesteht sie in einem Interview mit dem französischen Sender Canal+, dass sie bedauere, keinen Kontakt zu ihrem Sohn zu haben. Die Ironie daran: Obwohl Bardot ein erzkonservatives Familienbild vertrat, hatte sie die Erziehung ihres Kindes kurz nach der Geburt dem Vater überlassen.
Letzte Jahre und Erinnerungen
Mit 91 Jahren ist Brigitte Bardot verstorben und wurde unter anderem vom französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron mit den Worten gewürdigt: „Wir weinen um eine Jahrhundert-Legende.“ Ihre Lebensgeschichte ist geprägt von Erfolg, Leidenschaft und vielfältigen Herausforderungen. Sie hinterließ eine bleibende Spur in der Film- und Musikwelt.

