Rob Reiner und Ehefrau tot: Sohn unter Verdacht
Der Film, der die Liebe veränderte
Rob Reiner war nicht nur ein bedeutender Regisseur und Drehbuchautor, sondern auch ein Mann, der durch seine Werke die Welt beeinflusste. Sein Werk „Harry und Sally“ ist bis heute eine Kultfigur im Kino. Ursprünglich war geplant, dass die beiden Protagonisten am Ende getrennte Wege gingen – ein klares Zeichen dafür, dass „Männer und Frauen keine Freunde sein können“. Doch während der Dreharbeiten lernte Reiner die Fotografin Michele Singer kennen. Die Beziehung entwickelte sich so intensiv, dass er plötzlich an die Dauerhaftigkeit der Liebe glaubte.
Diese Veränderung führte dazu, dass Reiner den Schluss des Films komplett umschrieb. Dadurch entstand eine Szene, die bis heute als ikonisch gilt: Sally (gespielt von Meg Ryan) simulierte in einem New Yorker Restaurant einen Orgasmus vor den Augen von Harry (Billy Crystal). Eine Szene, die nicht nur komisch, sondern auch tiefgründig war. Ebenso legendär ist die Pointe mit der älteren Dame am Nebentisch, gespielt von Reiners eigener Mutter Estelle, die mit einer perfekten Timing-Pointe sagt: „Ich will genau das, was sie hatte.“ – „I‘ll have what she’s having.“
Ein Leben voller Leidenschaft und Engagement
Rob Reiner war über 35 Jahre lang mit seiner Ehefrau Michele Singer-Reiner verheiratet. Die beiden lebten in einem Nobelviertel von Los Angeles. Am Sonntagmorgen wurden sie von ihrer Tochter Romy tot aufgefunden. Laut Polizei wurde die Familie erstochen. Die Behörden gehen von einem Mordfall aus, der landesweit Bestürzung auslöste. Rob Reiner war für seine warmherzige Art bekannt, und sein Tod löste eine große Trauer aus.
Der Verdächtige ist Nick Reiner, einer der Söhne des Paars. Er wurde bereits am Sonntagabend in U-Haft genommen. Die Kautionssumme beträgt vier Millionen Dollar. Nick Reiner hatte eine schwierige Vergangenheit mit Drogen, Entzug und Obdachlosigkeit. Im Jahr 2015 war er in dem Film „Being Charlie“ mit seinem Vater Carl Reiner zu sehen.
Eine Karriere, die bleibende Spuren hinterließ
Rob Reiner hatte eine sechs Jahrzehnte umspannende Karriere. Als Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent arbeitete er an Filmen verschiedener Genres. Unter anderem waren Gerichtsdramen wie „Eine Frage der Ehre“ mit Tom Cruise oder „Das Attentat“ mit Whoopi Goldberg dabei, sowie Märchenkomödien wie „Die Braut des Prinzen“ und der Psychothriller „Misery“ aus dem Jahr 1990 nach der Vorlage von Stephen King.
Sein Talent hat er wohl von seinen Eltern geerbt. In seinem jüdischen Elternhaus gingen Größen der amerikanischen Comedy ein und aus. Sein Vater Carl Reiner schuf in den 1960er Jahren die legendäre „The Dick Van Dyke Show“, bekam den renommierten „Mark Twain Prize for American Humor“ zugesprochen und wurde mit einem Dutzend Emmys und Grammys ausgezeichnet.
Ein Aktivist für liberale Ideen
Neben seiner Karriere als Regisseur war Rob Reiner auch ein engagierter Aktivist. Er setzte sich für Präsidentschaftskandidaten wie Al Gore ein und unterstützte Hillary Clinton bei ihrer Präsidentschaftskandidatur 2016. Zudem sprach er sich 2024 für die Wiederwahl von Joe Biden aus. Er war ein unerbittlicher Kritiker von Donald Trump und warnte vor der Gefahr einer Autokratie in den USA.
An der Westküste setzte sich Reiner 1998 für eine Steuer auf Tabakprodukte ein, um Programme zur frühkindlichen Förderung zu unterstützen. 2005 schloss er sich Gewerkschaften zusammen, um Maßnahmen des damaligen republikanischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger anzufechten. 2006 lehnten die Wähler eine von ihm angeführte Initiative ab, die die Einkommenssteuern für Spitzenverdiener erhöhen sollte, um eine halbtägige Vorschule für alle Vierjährigen in Kalifornien zu finanzieren.
Ein Leben, das inspirierte
Rob Reiners Reputation war legendär. Viele Prominente, darunter Barack Obama, betonten, wie sehr er für die Werte stand, für die er eintrat. Obama sagte: „Hinter all den Geschichten, die er produzierte, stand ein tiefer Glaube an das Gute im Menschen – und ein lebenslanges Engagement, diesen Glauben in die Tat umzusetzen.“
Der gewaltsame Tod der Reiners wirft ein Schlaglicht auf Brentwood, eine Enklave in Los Angeles, die schon früher zum Schauplatz von Bluttaten geworden ist. Hier lebten Stars wie O.J. Simpson, Arnold Schwarzenegger und Marilyn Monroe. Das Viertel ist bis heute ein Symbol für Reichtum und Glamour.

