Trauer um Rob Reiner: Harry und Sally machten ihn berühmt
Der Regisseur Rob Reiner und seine Filmkarriere
Rob Reiner war ein bedeutender Regisseur, der sich durch intelligente Mainstreamfilme einen Namen gemacht hat. Seine Filme verbanden unterhaltsame Elemente mit tiefgründigen Themen und erreichten sowohl kritische als auch kommerzielle Erfolge. Doch nun ist eine traurige Nachricht eingetreten: Rob Reiner und seine dritte Ehefrau Michele Singer wurden in ihrer Villa in Brentwood bei San Francisco erstochen. Der Verdacht fällt auf ihren Sohn.
Eine ikonische Szene aus „Harry und Sally“
Eine der berühmtesten Szenen in der jüngeren Kinogeschichte spielt in Katz’s Delicatessen, einem legendären jüdischen Feinkost-Diner in Manhattan. In der Liebeskomödie „Harry und Sally“ wird die Situation zwischen Meg Ryan und Billy Crystal gezeigt, während sie Sandwiches essen. Die Szene ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch symbolisch für die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren.
Sally (gespielt von Meg Ryan) sagt zu Harry (gespielt von Billy Crystal): „Ich bin froh, dass ich nie etwas mit dir hatte.“ Harry fragt nach dem Grund und erhält die Antwort, dass er sich gegenüber Frauen ekelhaft verhält. Diese Szene führt zu einer emotionalen und körperlichen Reaktion, die alle Anwesenden beeindruckt. Ein Moment, der in der Filmgeschichte bleibt.
Der feministische Touch in „Harry und Sally“
Die Rolle der älteren Frau, die diese Szene beobachtet, wurde von Estelle Reiner gespielt – Rob Reiners Mutter. Mit „Harry und Sally“ gelang es Rob Reiner, die Schlagfertigkeit klassischer Screwball-Komödien mit einem feministischen Ansatz zu verbinden. Die Geschichte handelt von Harry und Sally, die sich zunächst ständig streiten, aber schließlich lernen, dass Liebe mehr als Sex sein kann.
Rob Reiners Karriere als Schauspieler und Regisseur
Rob Reiner wuchs in einer Schauspieler-Familie auf. Sein Vater Carl Reiner war ein bekannter Komiker und Regisseur. Rob begann seine Karriere als Schauspieler in der Sitcom „All in the Family“, wo er Michael, den aufmüpfigen Schwiegersohn des rassistischen Archie Bunker, spielte. Dieser Auftritt machte ihn bekannt und legte den Grundstein für seine spätere Karriere als Regisseur.
Sein erster Film als Regisseur war 1984 die Mockumentary „This is Spinal Tap“. Die Komödie folgt einer fiktiven Heavy-Metal-Band und ist bis heute ein Kultfilm. Rob Reiner bewies damit, dass er nicht nur in der Komödie stark war, sondern auch in anderen Genres Erfolge feiern konnte.
Meisterwerke wie „Stand by Me“ und „Misery“
Eines seiner meistgelobten Werke ist das Coming-of-Age-Drama „Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers“ (1986). Die Geschichte folgt vier Jungen, die 1959 auf der Suche nach einem vermissten Schüler sind. Die Romanvorlage stammt von Stephen King, und der Film gilt als einer der besten Darstellungen der Kindheit im Kino.
Ein weiteres Highlight ist die Kriminalkomödie „Misery“ (1990), die ebenfalls auf einem Roman von Stephen King basiert. Hier spielt James Caan einen Mystery-Thriller-Autor, der von einer fanatischen Faninhaberin gefangen gehalten wird. Der Film zeigt, wie sehr Rob Reiner in der Lage war, spannende und emotionale Geschichten zu erzählen.
Rob Reiners Philosophie über das Kino
Rob Reiner glaubte immer an das Kino und daran, dass auch intelligentere und anspruchsvollere Filme erfolgreich sein können. Er betonte, dass solche Filme nicht nur Gewinn machen, sondern auch verhindern, dass die Leinwände mit Schund verschmutzt werden. Trotzdem gelang es ihm nicht immer, den richtigen Balanceakt zwischen künstlerischem Anspruch und kommerziellem Erfolg.
Der tragische Tod von Rob Reiner
Am Sonntag wurde Rob Reiner zusammen mit seiner dritten Ehefrau Michele Singer tot in ihrer Villa in Brentwood gefunden. Sie sollen erstochen worden sein. Der Verdacht fällt auf ihren Sohn Nick Reiner, der bereits als Teenager Probleme mit Drogen hatte und später obdachlos wurde. Rob Reiner verfilmte ein Drehbuch seines Sohnes unter dem Titel „Being Charlie – Zurück ins Leben“.
Rob Reiner hinterlässt eine beeindruckende Filmografie und einen bleibenden Eindruck in der Filmgeschichte. Sein Tod ist ein schwerer Verlust für die Filmwelt.

