Connie Booth: Die Mutter des “kleinen Lords” heute?
Ein Leben im Rampenlicht und im Schatten
Connie Booth ist eine ikonische Figur in der britischen Comedy-Geschichte, deren Name eng mit der legendären Serie „Fawlty Towers“ verbunden ist. Doch ihre Karriere war nicht nur auf diese Rolle beschränkt. Mit ihrem 85. Geburtstag am 2. Dezember erinnert die US-Amerikanerin an eine beeindruckende Laufbahn, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte. Ob als Schauspielerin, Drehbuchautorin oder später als Psychotherapeutin – Booth hat immer wieder bewiesen, dass sie vielfältig und talentiert ist.
Der kleine Lord und die deutsche Zuschauerbindung
Für viele Deutsche ist Connie Booth vor allem als Mutter des jungen Cedric Errol in dem Film „Der kleine Lord“ (1980) bekannt. Die Verfilmung des Romans von Frances Hodgson Burnett wird jedes Jahr am 19. Dezember um 20:15 Uhr im Ersten gezeigt und gilt als einer der beliebtesten Weihnachtsfilmklassiker. In dieser Rolle verkörperte Booth eine warmherzige und liebende Mutter, die den Zuschauern tief im Gedächtnis blieb. Ihre Darstellung trug maßgeblich dazu bei, dass der Film bis heute einen festen Platz im deutschen Fernsehen hat.
Booths Schauspielkarriere endete nach etwa 30 Jahren, wobei sie sich später einem anderen Beruf widmete. Dieser Wechsel führte zu einem neuen Lebensabschnitt, in dem sie sich auf ihre Arbeit als Psychotherapeutin konzentrierte.
Frühe Jahre und die Begegnung mit John Cleese
Connie Booth wurde als Tochter eines Wall-Street-Brokers und einer Schauspielerin in Indianapolis geboren und wuchs in New York auf. In den 1960er-Jahren begann sie mit kleineren Theaterrollen und arbeitete als Kellnerin. In dieser Phase lernte sie John Cleese kennen, mit dem sie 1968 heiratete. Die Ehe brachte nicht nur ein Kind hervor, sondern auch eine kreative Zusammenarbeit, die für beide von großer Bedeutung war.
Booth war in der Miniserie „How to Irritate People“ (1968) an der Seite von Cleese zu sehen und trat in Sketchen der legendären Comedy-Serie „Monty Python’s Flying Circus“ (1969–1974) auf. Auch im ersten Kinofilm der Gruppe, „Die Ritter der Kokosnuss“ (1975), war sie beteiligt.
Fawlty Towers: Erfolg und Konflikt
Ihr Talent zeigte sich besonders in der Comedy-Serie „Fawlty Towers“, in der sie die Figur des Zimmermädchens Polly Sherman verkörperte. Zudem schrieb sie gemeinsam mit John Cleese die Drehbücher. Allerdings kam es zu Spannungen, sowohl beruflich als auch privat. Booth betonte später, dass zwar die Handlung der Folgen gemeinsam entwickelt worden sei, doch die Dialoge alleine von Cleese stammten.
„Ich hatte eine perfektionistische Ader und habe mich wegen Kleinigkeiten furchtbar aufgeregt“, sagte Cleese einst. Diese Einstellung habe zur Trennung beigetragen. Booth selbst äußerte, dass sie sich durch die Anerkennung für Zeilen, die Cleese geschrieben hatte, manchmal wie eine Fälschung fühle.
Neue Wege und neues Glück
Nach ihrer Scheidung 1978 setzte Booth ihre Karriere fort, wobei ihr amerikanischer Akzent oft als Vorteil galt. Neben „Der kleine Lord“ hatte sie noch andere Rollen, darunter in dem Film „Amerikanische Freundinnen“ (1991) an der Seite von Michael Palin. Daneben stand sie weiterhin auf der Bühne, doch die Rollenangebote nahmen ab.
1995 zog Booth einen Schlussstrich und verließ die Schauspielerei. Sie absolvierte ein Studium an der University of London und begann als Psychotherapeutin. Privat fand sie ein neues Glück mit John Lahr, einem US-Theaterkritiker.
Rückzug und neue Herausforderungen
Obwohl Booth sich weitestgehend zurückgezogen lebt, meldete sie sich 2023 zu Wort, als John Cleese ankündigte, an einer Fortsetzung von „Fawlty Towers“ zu arbeiten. Sie äußerte sich pikiert, da sie vom Projekt erfahren habe, statt direkt von Cleese. Über die Bühnenadaption, die 2024 in London Premiere feierte, gab sie keine Stellungnahme ab. Ihr Mann Lahr erklärte jedoch gegenüber „MailOnline“, dass sie das Stück sicher sehen werde, wenn auch nicht unbedingt am Premierenabend.

