Geena Davis feiert 70: Oscar-Erfolge und tiefes Meer
Geena Davis: Eine Karriere voller Höhepunkte und Tiefpunkte
Geena Davis ist eine der ikonischen Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts, die in den 80er- und 90er-Jahren in verschiedenen Genres aufblitzte. Ob als Vorreiterin des feministischen Kinos, als ausdrucksstarke Nebendarstellerin oder als weibliche Hauptfigur in Horrorfilmen – ihre Rolle war in fast allen Bereichen der Filmbranche unverzichtbar. Im Jahr 1995 sollte es eigentlich ihr Durchbruch als Blockbuster-Heldin werden, doch stattdessen führte der Film „Die Piratenbraut“ zu einem der größten Flops der Filmgeschichte.
Der Erfolg von „Die Fliege“ und das Glück im Privatleben
Davis’ erste große Rolle war in David Cronenbergs Kultfilm „Die Fliege“ (1986), einem Body-Horror-Meisterwerk, in dem sie die Partnerin eines Laborwissenschaftlers spielt, der sich nach einem Unfall in einen Hybriden aus Mensch und Insekt verwandelt. Der Film gilt bis heute als Referenz für Ekel- und Horrorfilme, bei denen nicht nur Zartbesaitete den Blick abwenden müssen. Doch im echten Leben hatte Davis ein glücklicheres Ende. Sie heiratete 1987 Jeff Goldblum, mit dem sie später geschieden ist.
Ein weiterer Höhepunkt ihrer Karriere war ihre Rolle in „Beetlejuice“ (1988), in dem sie an der Seite von Alec Baldwin und Michael Keaton als frisch dahingeschiedenes Pärchen agiert. Der Film erhielt später den Oscar in der Kategorie „Bestes Make-up“. Auch für „Die Reisen des Mr. Leary“ (1989) wurde Davis mit einem Oscar ausgezeichnet. In ihrer Dankesrede widmete sie den Preis ihrem Schauspiellehrer und Ex-Mann Jeff Goldblum.
Ein Oscar-Nominiertes Drama und ein großer Flop
Im Jahr 1992 war Davis für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert, gemeinsam mit Susan Sarandon für „Thelma & Louise“. Allerdings verlor sie gegen Jodie Foster für „Das Schweigen der Lämmer“. Trotzdem blieb „Thelma & Louise“ ein Meilenstein, da es das erste Roadmovie war, in dem zwei Frauen die Hauptrollen spielten. Brad Pitt war in einer Nebenrolle zu sehen.
Doch wer hoch fliegt, droht auch tief zu fallen. Das musste Davis 1995 am eigenen Leib erfahren. Mit „Die Piratenbraut“ legte sie einen der größten Flops in der Filmgeschichte hin. Die Produktionskosten lagen bei über 115 Millionen Dollar, doch der Film brachte nur etwa zehn Millionen Dollar ein. Dieser Misserfolg führte zur Insolvenz der Produktionsfirma Carolco Pictures.
Rückkehr ins Licht und Engagement für Gleichberechtigung
Nach diesem Debakel lag Davis’ Filmkarriere mehrere Jahre brach. Erst 1999 kehrte sie mit der familienfreundlichen „Stuart Little“-Reihe zurück. Im Fernsehen machte sie sich mit der Rolle der US-Präsidentin Mackenzie Allen in der Serie „Welcome, Mrs. President“ (2005–2006) einen Namen und erhielt einen Golden Globe sowie eine Emmy-Nominierung.
Abseits der Filmindustrie engagiert sich Davis stark für die Gleichberechtigung von Frauen. 2007 gründete sie das Geena Davis Institute on Gender in the Media, um für eine bessere Darstellung von Frauen in der Medienwelt einzustehen. 2020 wurde sie mit dem Ehren-Oscar Jean Hersholt Humanitarian Award geehrt.
Neueste Projekte und ein neues Kapitel
Zuletzt war Davis in Zoë Kravitz’ Regiedebüt „Blink Twice“ (2024) zu sehen. Drei Jahre zuvor trennte sie sich nach 17 Jahren Ehe von ihrem vierten Mann Reza Jarrahy. Für das aktuelle Jahr steht eine neue Netflix-Serie an: „The Boroughs“, ein Sci-Fi-Projekt der Duffer-Brüder, bekannt durch „Stranger Things“. Davis ist dort neben Bill Pullman, Jena Malone und Alfred Molina zu sehen. Ein starker Ensemble-Cast und ein würdiges Rollen-Geschenk zum 70. Geburtstag.

