Harry und Sally-Regisseur Rob Reiner: Ermordung seiner Frau – Sohn unter Verdacht

Rob Reiner und seine Familie in Trauer

Der Tod von US-Regisseur Rob Reiner, der mit dem Kultfilm „Harry und Sally“ weltberühmt wurde, hat in Hollywood und der breiten Öffentlichkeit große Trauer ausgelöst. Zusammen mit seiner Ehefrau Michele fand man ihn tot in ihrem Haus in Los Angeles. Der gemeinsame Sohn des Paares, Nick Reiner, sitzt unter Mordverdacht in Haft und müsste eine Kaution von vier Millionen US-Dollar zahlen, um freizukommen.

Die Umstände des Todes

Die LAPD bestätigte zunächst nur, dass zwei Tote im Haus von Reiner gefunden worden seien und eine Mordkommission die Ermittlungen übernommen habe. Bei einer Pressekonferenz bestätigte Polizeichef Jim McDonnell dann auch die Identitäten von Rob Reiner und seiner Frau. Rob Reiner war 78 Jahre alt. Seine Ehefrau Michele, die als Fotografin tätig war, wurde zwischen 65 und 70 Jahren alt. Der Sohn Nick Reiner hatte in der Vergangenheit immer wieder öffentlich über seinen Kampf mit einer Drogensucht gesprochen.

Die beiden Toten sollen mit Stichverletzungen gefunden worden sein. US-Medien berichteten von einem großen Polizeiaufgebot vor dem Haus des Regisseurs im Stadtteil Brentwood. Das Branchenmagazin „Variety“ bezeichnete den Tag als „traurig in Hollywood“ und beschrieb ihn als „unfassbar, verstörend und komplett schockierend“.

Karriere und Erfolge

Rob Reiner gründete zusammen mit anderen die Produktionsfirma Castle Rock Entertainment, die eine beeindruckende Reihe von Hits produzierte, darunter „Seinfeld“ und „Die Verurteilten“. Um die Jahrtausendwende ließ der Erfolg deutlich nach, doch Reiner belebte die Firma Anfang dieses Jahrzehnts wieder. Im Herbst dieses Jahres veröffentlichten Reiner und Castle Rock die lang erwartete Fortsetzung der Mockumentary „This is Spinal Tap“, „Spinal Tap II: Das Ende geht weiter“.

Persönliches Leben und Familie

Reiner war von 1971 an zehn Jahre lang mit der Schauspielerin und Filmemacherin Penny Marshall verheiratet. Wie Reiner wurde auch Marshall mit einer Sitcom berühmt, „Laverne & Shirley“, und machte später hinter der Kamera Karriere, unter anderem mit „Eine Klasse für sich“, „Big“ und „Mr. Bill“. Bei den Dreharbeiten zu „Harry und Sally“ lernte Reiner seine spätere Ehefrau Singer kennen, die er 1989 heiratete. Das Paar hat drei Kinder: Nick, Jake und Romy.

Trauer aus Hollywood und Politik

Schauspieler und Politiker zeigten sich zutiefst betroffen und schockiert. Barack Obama schrieb auf der Plattform X: „Michelle und ich sind untröstlich über den tragischen Tod.“ Kamala Harris, Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom und Nancy Pelosi sprachen der Familie ihr Beileid aus.

Elijah Wood, James Woods und Roseanne Barr äußerten sich ähnlich. Kathy Bates sagte, sie sei „absolut niedergeschmettert“. Jamie Lee Curtis bezeichnete den Tod als „schockierend“. Stephen King beschrieb Reiner als „wunderbaren Freund, politischen Verbündeten und brillanten Filmemacher“. Ben Stiller schrieb, dass Reiner eine der bedeutendsten Filme für seine Generation gemacht habe.

Einfluss auf die amerikanische Kultur

Sean Astin, Vorsitzender der US-Schauspielgilde, betonte, dass Rob Reiner eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte von Film und Fernsehen sei. Sein Einfluss auf die amerikanische Kultur könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Berühmte Werke und Engagement

Mit Filmen wie „Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers“, „Harry und Sally“, „Misery“, „Die Braut des Prinzen“ und „Eine Frage der Ehre“ stieg Reiner in die Riege von Hollywoods gefragtesten Regisseuren auf. Er arbeitete immer wieder auch als Schauspieler.

In Hollywood-Kreisen war Reiner als streitbarer Liberaler bekannt. Er setzte sich 1998 für eine höhere Tabaksteuer in Kalifornien ein. Zudem kämpfte der vierfache Vater jahrelang für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe.

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