Kein Geld, aber große Legende: Bruce Willis opferte 99 % seines Gehalts

Bruce Willis’ Unkonventionelle Karriere nach „Stirb langsam“

Bruce Willis’ Filmkarriere begann mit einem echten Kultfilm: Mit „Stirb langsam“ aus dem Jahr 1988 wurde er quasi über Nacht zu einem der größten Actionstars der Welt. Doch wer einen Blick auf seine Filmografie wirft, wird feststellen, dass der heute 70-Jährige nicht immer den offensichtlichen Weg ging. Statt direkt nach seinem internationalen Durchbruch als John McClane in weiteren Ein-Mann-Armee-Rollen zu spielen, entschied sich Willis für Projekte, die ihm mehr Freiheit und künstlerische Vielfalt boten.

Nach „Stirb langsam“ drehte er drei Filme, die von seiner typischen Action-Image abwichen. Dazu gehörte das Veteranen-Drama „Zurück aus der Hölle“, eine Börsensatire namens „Fegefeuer der Eitelkeiten“ und die Komödie „Kuck’ mal, wer da spricht!“. In letzterer lieh er dem Baby Mikey seine Stimme. Dies zeigte, dass Willis nicht nur in Actionfilmen brillierte, sondern auch in anderen Genres gut zurechtkam.

Auch nachdem er seinen Superstar-Status durch „Stirb langsam 2“ oder „Last Boy Scout“ gefestigt hatte, blieb Willis bei riskanteren und kleineren Projekten. So nahm er beispielsweise an „Pulp Fiction“ teil, wofür er lediglich 800.000 US-Dollar bekam – ein relativ geringer Betrag im Vergleich zu seiner üblichen Gage. Allerdings profitierte er von einer Gewinnbeteiligung, die sich für einen Kultfilm wie „Pulp Fiction“ lohnte.

Ein weiteres Projekt, das beweist, wie unkonventionell Willis war, ist „Nobody’s Fool – Auf Dauer unwiderstehlich“. Hier verlangte er sogar weniger Geld als gewohnt. Die Motivation lag dabei in der Zusammenarbeit mit Paul Newman, einer Hollywood-Legende. Willis wollte unbedingt mit dem Schauspieler arbeiten, der für „Butch Cassidy und Sundance Kid“ bekannt ist.

Eine kleine Gage für große Chemie

Die Tragikomödie „Nobody’s Fool“ bot Willis die Chance, mit Newman zusammenzuarbeiten. Zuvor hatte Willis bereits mit Regisseur Robert Benton an „Billy Bathgate“ gearbeitet, einem Gangsterdrama, das zwar an den Kinokassen floppte, aber zu den persönlichen Favoriten des Schauspielers gehörte. Vor dem Start von „Nobody’s Fool“ kontaktierte Benton Willis mit folgenden Worten:

„Das ist nicht wie ‚Billy Bathgate‘, wir haben kein Geld. Wir alle machen diesen Film mit dem kleinstmöglichen Budget.“

Willis’ Antwort: „Mach dir keine Sorgen um Geld. Wir werden eine gute Zeit haben.“

Zu dieser Zeit verdiente Willis durchschnittlich 15 Millionen Dollar pro Film, während das gesamte Budget für „Nobody’s Fool“ nur 20 Millionen betrug. Daher stimmte Willis zu, für einen Wochenlohn von 1.400 Dollar an dem Projekt mitzuwirken. Das entsprach dem damaligen Mindestlohn der Schauspieler-Gewerkschaft und lag bei etwa einem Prozent seiner üblichen Gage.

In „Nobody’s Fool“ spielt Willis den Bauunternehmer Carl Roebuck, der sich regelmäßig mit seinem Angestellten, dem von Newman verkörperten Sully, streitet. Die chemische Spannung zwischen beiden Schauspielern unterschiedlicher Generation machte einen großen Teil des Charmes der Kleinstadt-Komödie aus. Der Film wurde für einen Drehbuch-Oscar nominiert und spielte an den Kinokassen rund 39 Millionen Dollar ein.

Eine gemeinsame Filmzeit, die Newman erst später erkannte

Interessanterweise waren Willis und Newman bereits vorher in einem Film zu sehen, ohne dass Newman es wusste. Während eines Interviews mit dem Playboy erzählte Willis später, dass er Newman einmal mit einer Videokassette seines Gerichtsdramas „The Verdict“ (1982) überraschte. Er zeigte ihm eine Szene, in der man ihn als Statist im Hintergrund entdecken kann.

Newman staunte nicht schlecht, als er sein eigenes Bild in dem Film sah. Willis schwärmte später über die Zusammenarbeit mit Newman:

„Paul Newman ist unglaublich. Er ist 70 Jahre alt und probiert immer noch bei jedem Take neue Dinge aus. Ein Typ wie er müsste das nicht tun. Er könnte einfach auftauchen und der Star sein. Aber so war er nicht eine Minute lang. Wir haben eine Menge Zeit damit verbracht, uns gegenseitig auszulachen und zu ärgern.“

Ein Lieblingsfilm, der nicht aus dem Action-Genre kommt

Trotz all seiner Erfolge nennt Bruce Willis einen ganz anderen Film als seinen absoluten Favoriten. Es handelt sich um einen Sci-Fi-Thriller, der in der Filmgeschichte eine besondere Stellung einnimmt. Wer genau dieser Film ist, erfährt man im nächsten Artikel.

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