Starbesetzte Literaturverfilmung kehrt als Oscar-Gewinner zurück
Ein Film, der in Vergessenheit geriet
Die späten 1990er Jahre waren eine goldene Ära für die Filmbranche. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Filme, die bis heute als Klassiker gelten. „Titanic“ (1997), „Der Soldat James Ryan“ (1998) oder „Notting Hill“ (1999) sind nur einige Beispiele für diese Erfolgsgeschichten. Doch nicht jeder Film aus dieser Zeit hat den Weg auf die große Leinwand geschafft. Ein solcher Film ist „Les Misérables“, eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Victor Hugo. Obwohl er das Potenzial hatte, zu einem echten Erfolg zu werden, ist er heute fast vergessen.
Die Geschichte hinter dem Film
„Les Misérables“ wurde bereits mehrfach verfilmt, wobei die bekannteste Version 2012 mit Tom Hooper an der Regie und Anne Hathaway in der Hauptrolle ist. Doch es gibt auch eine frühere Fassung aus dem Jahr 1998, die von Bille August ins Kino gebracht wurde. Der Regisseur, bekannt für sein Werk „Pelle, der Eroberer“ (1987), versuchte damals, die epische Geschichte von Victor Hugo auf die Leinwand zu bringen. Allerdings blieb der Film weitgehend unbemerkt – sowohl in der Öffentlichkeit als auch im Kino.
Das Einspielergebnis lag bei rund 14 Millionen US-Dollar, was im Vergleich zu anderen Filmen der Zeit nicht besonders beeindruckend war. Trotz einer Starbesetzung mit Liam Neeson, Geoffrey Rush, Claire Danes und Uma Thurman, schaffte es der Film nicht, großes Aufsehen zu erregen.
Die Darsteller und ihre Rollen
Liam Neeson verkörperte in diesem Film Jean Valjean, einen ehemaligen Sträfling, der sich bemüht, ein neues Leben zu beginnen. Seine Verfolgung durch den fanatischen Polizeiinspektor Javert, gespielt von Geoffrey Rush, bildet einen zentralen Konflikt der Handlung. Claire Danes übernahm die Rolle der Cosette, während Hans Matheson als Marius, der junge Revolutionär, ihr Liebsspielzeug darstellte. Uma Thurman, damals in ihrer Glanzzeit, spielte Fantine, eine unglückliche Frau, deren Schicksal später von Anne Hathaway in der Oscar-gekrönten Darstellung fortgesetzt wurde.
Die Kritiken und die Rezeption
Die Kritiken fielen insgesamt solide aus. Der Film wurde für seine düstere Atmosphäre, seine opulenten Kostüme und die starke Darstellung gelobt. Auf Rotten Tomatoes erreichte er gute 77 Prozent positive Bewertungen. Dennoch blieb der Film im Schatten seiner späteren Verfilmungen, insbesondere des Musicals von 2012.
Unterschiede zwischen Buch, Musical und Film
Bille August legte den Fokus vor allem auf den Konflikt zwischen Valjean und Javert und kürzte die Handlung drastisch, um sie in einen zweistündigen Hollywood-Film zu packen. Dies ist bei Adaptionen von über 1000-seitigen Buchvorlagen üblich. Doch es gibt einen großen Unterschied zwischen der Fassung von 1998 und der populäreren Musical-Variante: August ließ zwei wichtige Figuren komplett weg. Eponine und Enjolras, die in der Version von 2012 immer noch vorkommen, fehlen in der Fassung von 1998.
Ein weiterer Film von Bille August
Interessanterweise brachte Bille August fünf Jahre vor „Les Misérables“ noch einen anderen Film ins Kino, der ebenfalls in Vergessenheit geriet. Obwohl dieser Film ebenfalls eine starke Besetzung hatte, blieb er im Schatten der zeitgenössischen Erfolge. Wer diesen Film ist, erfährt man in einem weiteren Artikel.

