50 Jahre nach „Das Omen“: So sieht Damien heute aus
Der Weg des Kinderschauers zu einem anderen Leben
Harvey Stephens, der kleine Junge mit dem eiskalten Blick aus dem Horrorklassiker „Das Omen“, machte 1976 weltberühmt. In der Rolle des Damien Thorn, dem Antichristen und zentralen Antagonisten der Reihe, erhielt er eine Rolle, die ihn für immer verändern sollte. Fünf Jahrzehnte nach dem Start des Films ist aus dem Kinderstar ein anderer Mensch geworden. Seine Biografie ist geprägt von Erfolg, Ruhm, aber auch von Schatten.
Die Anfänge eines Stars
Harvey Stephens wurde in Putney, London, geboren und besuchte später die Malory Comprehensive School in Bromley. Mit gerade einmal vier Jahren wurde er für die Rolle des Damien Thorn gecastet. Seine blonden Haare wurden eigens für den Dreh dunkel gefärbt, um das Aussehen des charakteristischen Kindes zu erzeugen. Regisseur Richard Donner erinnerte sich in einem Interview daran, dass Stephens die Rolle erhielt, weil er auf Donners Anweisung hin so überzeugend wütend spielte, dass er dem Regisseur sogar in die Genitalien trat. Eine ungewöhnliche aber beeindruckende Darstellung, die den Film prägte.
Der Antichrist im Mittelpunkt
Damien Thorn ist der zentrale Antagonist der „Omen“-Reihe. Als Antichrist und Sohn des Teufels steht er im Mittelpunkt einer der bekanntesten Horror-Sagen der Filmgeschichte. Vom unscheinbaren Kleinkind, bei der Geburt von seinem Vater (Gregory Peck) vertauscht, bis zum skrupellosen Machtmenschen entfaltet sich seine düstere Entwicklung über mehrere Filme hinweg. Die Rolle wurde im Lauf der Jahre von verschiedenen Schauspielern verkörpert – darunter neben Harvey Stephens Jonathan Scott-Taylor, Sam Neill, Seamus Davey-Fitzpatrick und Bradley James.
Großer Erfolg in jungen Jahren
Mit seiner düsteren Ausstrahlung und dem verstörenden Spiel machte Harvey Stephens „Das Omen“ zu einem der prägendsten Horrorfilme der 1970er-Jahre. Der Erfolg des Horrorfilms war enorm: Er gewann sogar einen Oscar für die Musik von Jerry Goldsmith. Auch Damien Thorns Leistung wurde mit einer Golden Globe Nominierung für das beste Schauspieldebüt gewürdigt.
Karriere nach dem Durchbruch
Trotz des internationalen Erfolgs blieb Stephens’ Filmkarriere überschaubar. Damien Thorn blieb seine einzige bedeutende Rolle. 1980 trat er noch in einer Nebenrolle im Fernsehfilm „Gauguin the Savage“ auf. Jahre später war er in der 2005 erschienenen Dokumentation „The Curse of the Omen“ zu sehen, die sich mit den angeblich unheimlichen Zufällen rund um die Entstehung des Films beschäftigte. Abseits dessen probierte sich der ehemalige Kinderstar im Erwachsenenalter in vielen Bereichen aus. Er arbeitete in einer Videothek, betrieb eine Limousinenfirma und ist heute als Immobilienentwickler und Futures-Händler auf dem Londoner Aktienmarkt tätig.
Rückkehr für „Das Omen“ (2006)
Zum 30-jährigen Jubiläum des Films kehrte Stephens 2006 für ein Cameo in das Remake von „Das Omen“ zurück, diesmal als sensationsgieriger Boulevardjournalist. Auch in den DVD-Extras ist er präsent. In einem Radiointerview im Jahr 2008 verriet er, dass er mittlerweile regelmäßig auf Horror-Conventions unterwegs sei, stilecht mit dem Dreirad, das Damien im Originalfilm fährt.
Schlagzeilen wegen Verurteilung
2017 machte Harvey Stephens allerdings aus einem anderen Grund Schlagzeilen: Wegen eines Road-Rage-Angriffs auf zwei Radfahrer wurde er verurteilt. Der Vorfall ereignete sich im August 2016, als Stephens die Radfahrer wiederholt anhupte, von einem der Männer den Mittelfinger gezeigt bekam, ausstieg und diesen bewusstlos schlug. Auch der zweite Radfahrer wurde verletzt. Stephens wurde zu 12 Monaten Haft auf Bewährung, 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit und 2.000 Pfund Schmerzensgeld verurteilt – zusätzlich zu einem verpflichtenden Rehabilitationsprogramm.
Harvey Stephens heute
Heute lebt Harvey Stephens im britischen Edenbridge, Kent, weit entfernt vom Hollywood-Rummel. Er ist seit über 20 Jahren verheiratet und Vater. Trotz des Ruhms in jungen Jahren verlief seine Karriere nicht geradlinig und auch sein Leben außerhalb des Rampenlichts ist geprägt von Höhen und Tiefen. Sein Weg zeigt, wie komplexe und vielfältig das Leben eines ehemaligen Kinderschauers sein kann.

