Brigitte Bardot wird am 7. Januar in Saint-Tropez beerdigt

Die Beisetzung von Brigitte Bardot

Die französische Film-Ikone Brigitte Bardot ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Sie wurde am frühen Sonntagmorgen auf ihrem Anwesen in Südfrankreich verstorben. Laut Angaben des Sprechers der Tierschutz-Stiftung, die sie gegründet hat, verließ sie ihre letzte Atemzüge um 5:55 Uhr. Bernard d’Ormale, ihr Ehemann in der vierten Ehe, war an ihrer Seite. Er berichtete, dass sie ihm sanft ihren Kosenamen „piou piou“ zuflüsterte, bevor sie ging.

Nach Angaben der Stiftung soll eine Trauerfeier in der Kirche Notre-Dame de l’Assomption in Saint-Tropez stattfinden. Der Gottesdienst wird auf Bildschirmen im Hafen und auf dem zentralen Place des Lices übertragen. Danach wird die Beisetzung in privatem Kreis erfolgen. Obwohl Bardot zu Lebzeiten den Wunsch geäußert hatte, ein schlichtes Grab auf ihrem Anwesen La Madrague zu erhalten, soll sie nun auf dem Friedhof der Stadt direkt am Meer beerdigt werden. Dort ruhen bereits ihre Eltern. Die Stadtverwaltung bestätigte diese Information, während die Stiftung zunächst nicht reagierte.

Fans aus aller Welt gedachten der Schauspielerin, während Medien sowohl ihre Bedeutung für das Kino als auch ihre umstrittenen politischen Positionen thematisierten. Die Beerdigung löste auch Appelle aus, den Elysée-Palast solle Bardot mit einem großen Trauerzug ehren.

Eine Karriere mit vielen Facetten

Bardot erreichte Weltruhm 1956 mit dem Film „Und immer lockt das Weib“, in dem sie eine junge Frau darstellte, die ihre sexuellen Bedürfnisse selbstbewusst auslebt. Sie wurde weltweit als Sexsymbol gefeiert und gilt als Wegbereiterin eines neuen, selbstbewussteren Frauenbildes. Bis Anfang der 70er Jahre drehte sie etwa 50 Filme, unter anderem mit renommierten Regisseuren wie Jean-Luc Godard und Louis Malle. Sie gehörte zu den meistfotografierten Frauen der Welt.

Im Jahr 1973 beendete sie ihre Schauspielkarriere und widmete sich fortan bedrohten Tieren. Für die Gründung ihrer Tierschutz-Stiftung versteigerte sie Teile ihres Besitzes. Politisch driftete sie jedoch nach Rechtsaußen ab und wurde mehrfach wegen rassistischer Äußerungen bestraft.

Emotionen und Erinnerungen

Nach Bardots Tod brachten Bewunderer Blumen zu ihrem Anwesen in Saint-Tropez. Julia Gangotena, eine 36-jährige Fanin, sagte, sie sei sofort nach der Nachricht zu dem Anwesen gerannt, um die Verstorbene zu ehren. Nathalie Dorobisze, eine 50-jährige Einwohnerin, weinte vor Trauer. Frédérique, ein 61-jähriger Mann, erinnerte an Bardots Engagement für Tiere in Not und betonte, dass man für ihre Stiftung gespendet habe.

Internationale Reaktionen

In der internationalen Presse fiel das Echo zwiegespalten aus. Die „New York Times“ titelte: „Vom Sex-Appeal zur extremen Rechten“. Als Schauspielerin habe sie mit ihrer „unverfrorenen fleischlichen Begierde“ die „Sex-Symbolik im Kino Mitte des 20. Jahrhunderts neu definiert“. Später sei sie im besten Fall „exzentrisch“ zu nennen gewesen, vielfach sei darauf hingewiesen worden, dass sich „dieses ehemalige Sex-Kätzchen, wie sie oft genannt wurde, in eine ‚verrückte Katzenfrau‘ verwandelt“ habe.

Die französische Zeitung „Libération“ bezeichnete Bardot als „größtes Sex-Symbol des französischen Kinos“. Die italienische Zeitung „La Repubblica“ würdigte die Französin als „rebellische Diva“, die „bis ganz zum Schluss die Freiheit gewählt“ habe. Die spanische Zeitung „El País“ nannte sie eine „kontroverse Aktivistin“. In dem Nachruf hieß es: „Auf ihre eigene Weise verbarg sie nichts. Weder die Falten (…) noch ihren Charakter oder ihre ideologischen Überzeugungen.“

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ betonte: „Auch wenn es schwerfallen mag – vergessen wir für die Dauer dieses Nachrufs die politische Brigitte Bardot ihrer späten Jahre. Gedenken wir der Frau, die wie keine andere für das französische Kino steht. Gedenken wir ‚der Bardot‘.“ Schließlich gehöre diese „zu den unvergesslichen Größen des Kinos“.

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