Der Star der 80er und 90er: Cary-Hiroyuki Tagawa ist verstorben

Der Tod eines ikonischen Schauspielers

Cary-Hiroyuki Tagawa, ein US-amerikanischer Schauspieler mit japanischer Abstammung, ist im Alter von 75 Jahren in Santa Barbara, Kalifornien, an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben. Seine Familie bestätigte die Nachricht gegenüber dem Branchenportal “Deadline”. Bis zuletzt war er von seinen Kindern umgeben, was eine symbolische Abschlussphase seines Lebens darstellte.

Tagawa ist weltweit als das Gesicht des Bösen bekannt. Er prägte die “Mortal Kombat”-Reihe durch seine Darstellung des finsteren Zauberers Shang Tsung. Seit dem ersten Film von Regisseur Paul W.S. Anderson aus dem Jahr 1995 verkörperte er diese Rolle mit einer Intensität, die Kultstatus erreichte. „Es war das perfekte Timing“, erinnerte sich Tagawa später an den Erfolg des Films, der bei einem Budget von rund 20 Millionen Dollar mehr als 100 Millionen Dollar einspielte.

Seine Rolle in „Die Wiege der Sonne“ von 1993 bleibt ebenfalls unvergessen. In diesem Film spielte er den Mordverdächtigen Eddie Sakamura, dessen Gesicht per Manipulation in ein Überwachungsvideo eingearbeitet wurde. Die Rolle unterstrich seine Fähigkeit, komplexe Charaktere zu verkörpern und gleichzeitig die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen.

Eine bewegte Kindheit und Karrierebeginn

Geboren wurde Tagawa am 27. September 1950 in Tokio. Als er fünf Jahre alt war, zog seine Familie nach Fort Bragg in North Carolina – sein Vater arbeitete für die amerikanische Armee. Das Aufwachsen als gebürtiger Japaner im Süden der USA während der 1950er-Jahre beschrieb er in einem Interview 2010 als „ziemlich hart“. Die Kampfkunst half ihm, seinen Platz zu finden. Schon als Jugendlicher trainierte er Kendo, später studierte er an der University of Southern California traditionelles japanisches Karate. Während er selbst unterrichtete, wurde der italienische Regisseur Bernardo Bertolucci (1941–2018) auf ihn aufmerksam.

1987, mit 37 Jahren, kam Tagawas Durchbruch: Bertolucci besetzte ihn als Chang in dem Oscar-prämierten Meisterwerk „Der letzte Kaiser“. „Es war überwältigend“, schwärmte der Schauspieler 2015 im Interview mit dem „AV Club“. „Plötzlich mit einem der zehn besten Regisseure der Welt zu arbeiten, dazu noch in China – ich hätte fast gefragt: Wie viel muss ich dafür bezahlen? Es war wie ein Traum, der wahr wurde.“

Von Hollywood bis zu Videospielen

Die Rolle öffnete ihm die Türen zu den großen Hollywood-Produktionen. Mit Regisseuren wie Tim Burton (“Planet der Affen”, 2001), Michael Bay (“Pearl Harbor”, 2001) und Rob Marshall (“Die Geisha”, 2005) drehte er Blockbuster, die oft die Schnittstelle zwischen asiatischer und westlicher Kultur thematisierten. Insgesamt wirkte Tagawa in mehr als 150 Filmen, Serien und Videospielen mit.

Doch es war Shang Tsung, der ihm Unsterblichkeit verlieh. Nach dem ersten „Mortal Kombat“-Film folgten 1997 die Fortsetzung „Mortal Kombat 2 – Annihilation“, Gastauftritte in den Serien „Mortal Kombat: Legacy“ (2013) und „Mortal Kombat X: Generations“ (2015). 2019 lieh er der Figur seine Stimme im Videospiel „Mortal Kombat 11“, und noch 2023 wirkte er bei „Mortal Kombat: Onslaught“ mit.

Letzte Jahre und Erbe

Seine letzte große Schauspielrolle übernahm Tagawa 2015 in der Amazon-Serie „The Man in the High Castle“. Als Handelsminister Nobusuke Tagomi in einem alternativen Amerika unter japanischer und deutscher Besatzung fand er Parallelen zu seinem eigenen Leben. „Ich identifizierte mich so sehr mit dieser Figur“, erklärte er. „In Tokio geboren, kurz nach dem Krieg nach Amerika gekommen – ich verstand das Erbe des Krieges.“

Seine letzten Jahre verbrachte Tagawa auf der hawaiianischen Insel Kauai. Er hinterlässt seine Frau Sally, drei Kinder – Calen, Brynne und Cana – sowie zwei Enkelkinder, River und Thea Clayton. Sein Werk bleibt in der Erinnerung der Fans und der Filmindustrie lebendig.

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