Brigitte Bardot: Leben im Spannungsfeld von Ruhm und Radikalität
Eine Ikone, die über die Zeit hinaus glänzte
Brigitte Bardot war eine der wenigen Frauen, deren Erscheinung und Erfolg zeitlos blieben. Ihre früheren Fotos übertreffen bis heute die späteren, und selbst nachdem ihr Ruhm den Zenit erreicht hatte, gilt sie als absolute Ikonin der Film- und Popkultur. Sie wurde mit Titeln wie „Leinwandgöttin“ belegt, und ihr Name oder ihre Initialen wurden zu einer weltweit bekannten Marke.
Ein Lied des französischen Chansonniers Serge Gainsbourg, „Initialen BB“, erinnert an ihre Verbindung zu ihrer damaligen Lebensgefährtin Brigitte Bardot. Am Sonntag gab ihre Stiftung den Tod der Schauspielerin bekannt – sie wurde 91 Jahre alt. Mit ihrem charakteristischen Schmollmund, der bei einem Lachen eine Zahnlücke freilegte, und ihren dunkel umrahmten Augen, ihrer blonden Mähne und ihren weiblichen Kurven verkörperte sie lange die begehrenswerte, zugleich frei begehrende Frau.
Bardot stand in der zweiten Hälfte ihres Lebens ganz im Zeichen des Tierschutzes und ihrer eigenen Stiftung. Während der letzten Jahrzehnte akzeptierte sie medialen Rummel nur, wenn er dem Zweck diente. Ihre provokanten Aussagen machten sie nicht nur zur Aufmerksamkeitsschwelle, sondern auch zum Thema. So sagte sie einmal: „Mir wäre es lieber gewesen, einen Hund zu gebären.“
Politische Positionen und Kontroversen
Bardot war für ihre radikalen politischen Ansichten bekannt. Sie stand auf dem äußersten rechten Rand und wurde mehrfach wegen Anstiftung zum Rassenhass verurteilt. Keine halben Sachen, keine Gefälligkeiten – das war „BB“. In ihrer Jugend wuchs sie in Paris in einem streng katholischen Elternhaus auf. Zunächst wollte sie Primaballerina werden, doch ihr Weg führte sie in die Filmszene.
Mit 15 Jahren erschien sie auf der Titelseite der Zeitschrift „Elle“. Der Regisseur Marc Allégret entdeckte sie und lud sie zu einem Vorstellungsgespräch ein. Dort lernte sie Roger Vadim kennen, den sie später heiratete. Doch ihre Karriere begann erst mit der Hauptrolle in „Und ewig lockt das Weib“ („Les Biches“), einem Film, der sie international berühmt machte.
Die glamouröse Phase und der Rückzug
Bardot wurde zur Trendsetterin, brachte das Vichy-Karo und Ballerinas in Mode und war 1958 bereits die am besten bezahlte französische Schauspielerin. Sie spielte in Klassikern wie „Die Wahrheit“ von Henri-Georges Clouzot oder „Die Verachtung“ von Jean-Luc Godard und drehte mit den berühmtesten Regisseuren. Doch schließlich zog sie sich zurück und beendete 1973 ihre Karriere.
Sie lebte in ihrem Anwesen „La Madrague“ in Saint-Tropez, wo sie zahlreiche Tiere hielt. Seit 1992 lebte sie dort mit ihrem vierten Ehemann Bernard d’Ormale. Ihr unermüdlicher Einsatz für den Tierschutz begann 1976 mit dem Kampf gegen die Robbenjagd in der Arktis. Sie setzte sich für den Schutz wilder Tiere ein und kritisierte Pelze, Tierversuche und Tierkämpfe.
Ein Leben voller Widersprüche
Bardot war eine Person, die sowohl bewundert als auch kontrovers diskutiert wurde. Sie kritisierte die Immigration und den Islam, was zu hohen Geldbußen führte. In ihrer Autobiografie kritisierte sie Frauen, die in politische Ämter eintraten, und betonte, dass Frauen ihre Macht durch ihre Vorzüge ausüben könnten, ohne Ämter zu benötigen.
Trotz all der Kontroversen blieb sie eine Ikone. Widersprüchlich und radikal, unsicher und doch sehr bewusst ihrer eigenen Wirkung – das alles war Brigitte Bardot, eine der größten Schauspielerinnen Frankreichs. Sie hinterließ ein Erbe, das bis heute beeinflusst.

