Was aus der “Das Wunder von Manhattan”-Darstellerin Mara Wilson wurde?
Der Weg eines Kinderstars
Mara Wilson war in den 1990er-Jahren ein Name, der in der Filmwelt nicht übersehen werden konnte. Filme wie „Mrs. Doubtfire“ und „Matilda“ brachten sie zu internationaler Bekanntheit. Doch mit der Zeit verschwand sie aus dem Rampenlicht, was bei vielen Zuschauern die Frage aufwirft: Was ist aus Mara Wilson geworden?
Ihre Karriere begann im Alter von fünf Jahren, als sie in „Mrs. Doubtfire“ (1993) die Tochter des Schauspielers Robin Williams spielte. In dieser Rolle erlebte sie, wie sich ihr Vater als „stacheliges Kindermädchen“ verkleidete, um auf sie und ihren Bruder aufzupassen. Ein Jahr später folgte der Weihnachtsfilm „Das Wunder von Manhattan“, in dem sie eine skeptische junge Frau darstellte, die letztendlich doch an den Weihnachtsmann glaubt. Mit der Roald-Dahl-Verfilmung „Matilda“ (1996) erreichte sie ihren größten Erfolg. In dieser Rolle verkörperte sie ein Mädchen, das aus einer trüben Realität in die magische Welt der Bücher flüchtet.
Rückzug aus dem Filmgeschäft
Der Aufstieg war schnell, doch der Abstieg kam ebenso plötzlich. Mit zunehmendem Alter wurde Wilson immer mehr in die Schublade eines bestimmten Rollentyps gesteckt. In einem Text für die Zeitung „The Guardian“ aus dem Jahr 2016 schilderte sie ihre Enttäuschung. Sie erinnert sich an ein Angebot, eine Rolle als „dickes Mädchen“ zu spielen, während sie lieber eine Rolle als „das schönste Mädchen“ gespielt hätte.
„Da habe ich es verstanden“, schrieb sie. „Die Dinge hatten sich geändert. Mit 13 war es wichtig, hübsch zu sein – und das nicht nur in der Welt von Film und Fernsehen.“ Diese Erkenntnis führte dazu, dass sie sich ins Private zurückzog, die Schule beendete und studierte. „Ich wusste nicht, wer ich war ohne Filmset, Casting-Direktoren und die permanente Ablehnung, und genau das musste ich herausfinden.“
Wieder am Ball?
Die Ablehnung durch ihr Äußeres schmerzte sie tief und prägte auch ihre spätere Karriere. Selbst nach vielen Jahren dachte sie manchmal an plastische Chirurgie. Doch sie wollte sich nicht für immer aus dem Filmgeschäft zurückziehen. „Mit 16 ging ich davon aus, irgendwann zur Schauspielerei zurückzukehren“, schrieb sie. „Der Gedanke an ein Leben ohne Schauspielerei machte mich nervös.“ Dennoch wusste sie damals bereits, dass sie schön sein müsse, wenn sie im Film bleiben wollte.
Tatsächlich tauchte Wilson bald wieder auf, allerdings erst nach Abschluss ihrer Schulausbildung und ihres Schauspiel- und Theaterstudiums. Ihr Comeback sollte zwar nicht in einem großen Film stattfinden, sondern eher in kleineren Projekten. So war sie unter anderem als Synchronsprecherin in „BoJack Horseman“ beteiligt. Obwohl dies keine große Rolle war, gab sie in einem Interview 2009 bekannt, dass es ihr nicht darum gehe, berühmt zu sein. Stattdessen interessierte sie sich für experimentelle Filmprojekte.
Das Schreiben als neue Leidenschaft
Doch Mara Wilson hat nicht nur die Kamera vor Augen. Sie ist auch eine Autorin, die neben autobiografischen Geschichten auch ein Theaterstück geschrieben hat. Für sie ist das Schreiben eine wichtige Ausdrucksform. Es ermöglicht es ihr, ihre Erfahrungen und Gedanken zu teilen, ohne dabei auf die Kamera oder die Bühne angewiesen zu sein.
Heute lebt Mara Wilson ein bewusstes Leben, das weit weg vom Glamour der Filmbranche liegt. Doch ihre Karriere als Schauspielerin und Schriftstellerin hat ihr gezeigt, dass es auch andere Wege gibt, Erfolg zu finden. Und obwohl sie nicht mehr in den Mittelpunkt des Lichts gerückt ist, bleibt sie in der Erinnerung vieler Fans ein ikonischer Kinderstar, dessen Geschichte noch immer inspirierend wirkt.

