Amüsante Ehe: Premiere erschüttert das Weyher Theater

Ein Theatererlebnis, das begeistert

Die Premiere des Stückes „Verliebt, verlobt … und dann?“ im Weyher Theater sorgte für eine unvergessliche Abendstunde. Mit Humor, Live-Gesang und beeindruckenden Darstellerleistungen begeisterte die Inszenierung das Premierenpublikum. Die Zuschauer im voll besetzten Theatersaal erlebten eine musikalische Komödie über die Liebe, die nicht minder unterhaltsam war als das Weihnachtsmärchen, das noch am Vormittag vor einem begeisterten Kinderpublikum aufgeführt worden war.

Die Autoren des Theater-Ensembles Markus Weise und Kay Kruppa brachten mit ihrer Arbeit ein stimmungsvolles Stück hervor. Intendant Kruppa spielte nicht nur eine der beiden Hauptrollen, sondern übernahm zudem die gelungene Inszenierung. Dank der hervorragenden gesanglichen und schauspielerischen Leistungen von Inga Jamry und Kay Kruppa erhielt das Stück einen tosenden Schlussapplaus. Die Musikeinspielungen zum Live-Gesang wurden von der Theaterband um Patrick und Kevin Kuhlmann produziert und trugen maßgeblich zur Atmosphäre bei.

Eine spannende Handlung

Die Handlung dreht sich um Maria und Rainer Rosemann, die im Theater angestellt sind. Er als Hausmeister, sie als weibliche Fachkraft für Gebäudereinigung. Während Maria die weihnachtliche Kulisse auf der Bühne abstaubt, entdeckt sie, dass sie nicht alleine ist – im Theatersaal sitzt ein erwartungsvolles Publikum. Wie sich herausstellt, hatte niemand die Besucher darüber informiert, dass das Bühnenstück „Verliebt, verlobt … und dann?“ abgesagt worden war. Von der Handlung des Stückes hatten die beiden Theaterangestellten keine blasse Ahnung.

Rainers Aussage, er sei doch nur der Hausmeister und nicht der Intendant, sorgte bei den Zuschauern für Lachflash. Im Dialog mit dem Publikum einigten sich Maria und Rainer darauf, die Situation zu retten, indem sie ihre private Kennenlern-Geschichte vorspielen. Beide sind in ihrer Freizeit in einer Laienspielgruppe aktiv und nutzten die Gelegenheit, ihr Talent auf einer richtigen Bühne unter Beweis zu stellen.

Theater im Theater

In einer Art „Theater im Theater“ entführten sie die Zuschauer zu den Orten ihres Kennenlernens. Sie zeigten, wie es sich zugetragen hatte an einer Bushaltestelle, auf der Party von Silke Müller, im Weser-Stadion, beim ersten Kuss, dem Heiratsantrag und der ersten gemeinsamen Nacht. Doch die Erinnerungen an bestimmte Konstellationen klafften ziemlich auseinander, was bei dem Paar auf der Bühne zu anstrengenden Diskussionen führte. Selbst die vermeintlichen Seitensprünge von Maria (mit Spielleiter Robert) und Rainer (mit Tenniskollegin Sabine) wurden dabei nicht ausgelassen.

Mehr als ein Dutzend Songs, Schlager und Evergreens wurden im Laufe der Handlung passend und aufmunternd zu den jeweiligen Situationen präsentiert. Bekannte Lieder von Elvis, Freddy Quinn, Tom Jones, Marianne Rosenberg und anderen Interpreten waren zu hören, live gesungen zur Musik der Theaterband. Das textsichere Publikum stimmte gut gelaunt mit ein und ließ sich von der Stimmung mitreißen.

Ein unterhaltsames Erlebnis

Dank des intensiven und humorvollen Spiels von Inga Jamry und Kay Kruppa verging bei diesem clever entwickelten und inszenierten Zweiakter die Zeit wie im Fluge. Besser geht Unterhaltung nicht. Die grandios vorgetragenen Gesangs- und Musikbeiträge trugen mit zur erfolgreichen Aufführung bei und wurden jeweils mit heftigem Beifall quittiert. Noch bis kurz vor Weihnachten 2025 und am zweiten Wochenende im Januar 2026 sind die amüsanten „Szenen einer Ehe“ mit schönem Happy End zu sehen und zu hören.

Das gelungene Stück ist Anlass genug, mal wieder ins Theater zu gehen. Bei der Premiere trotzte das stehend applaudierende Publikum den Darstellern noch zwei Musikzugaben ab. Es war ein Abend, der bleibende Erinnerungen hinterließ und zeigt, wie vielfältig und lebendig das Theater sein kann.

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