Judy Winter im „Kölner Treff“ – Wer ist sie?

Eine ikonische Schauspielerin bleibt im Rampenlicht

Judy Winter ist eine der prägnantesten Figuren im deutschen Film- und Theaterbereich. Mit 81 Jahren hat sie sich in der Branche etabliert und ist bis heute eine feste Größe, sowohl auf der Bühne als auch vor der Kamera. Besonders bekannt ist sie durch ihre Rolle als exzentrische Susanne Bundschuh in der ZDF-Komödienreihe „Familie Bundschuh“, wo sie seit rund zehn Jahren für Chaos und Lacher sorgt. Im November 2025 wurde sie bei der 8. Verleihung des Götz-George-Preises im Kaiserin-Friedrich-Haus in Berlin für ihre gesamte künstlerische Lebensleistung ausgezeichnet – eine Ehrung, die unterstreicht, welchen Stellenwert sie in der deutschen Kultur einnimmt.

Im November 2025 war Judy Winter außerdem bei Micky Beisenherz und Susan Link im „Kölner Treff“ zu Gast. Sie bleibt somit nicht nur in der Fernsehbranche aktiv, sondern auch in der Medienlandschaft. Ihre Karriere begann bereits vor über 50 Jahren vor der Kamera, und sie hat seither immer wieder bewiesen, dass sie auch im Alter noch gefragt ist.

Rollen mit Freiheit und Unkonventionellität

In einem Interview gab Judy Winter kürzlich bekannt, dass sie Rollen genieße, in denen ältere Frauen unkonventionell, frei und ein bisschen verrückt sein dürfen. Für sie sei es wichtig, „alles rauszulassen“ und ohne Scham zu agieren. Dabei glaubt sie, dass ein Teil ihrer eigenen Persönlichkeit in jeder Rolle steckt: „Man besetzt mich, weil man genau diesen Stempel möchte.“

Neben ihrer Arbeit in „Familie Bundschuh“ war Judy Winter in anderen TV-Formaten zu sehen, wie beispielsweise in der ZDF-Reihe „Nächste Ausfahrt Glück“. Dort spielte sie 2024 und 2025 mehrfach als Gräfin Theodora Stuschke. Darüber hinaus war sie in Formaten wie „Intimate“ und weiteren Produktionen zu sehen. So zeigt sich, dass sie auch nach dem achten Lebensjahrzehnt weiterhin von Regisseuren geschätzt wird.

Internationale Erfolge auf der Bühne

Judy Winters Weg begann am Theater Ulm und führte sie später nach Bremen, wo sie unter Intendant Kurt Hübner und Regisseur Peter Zadek arbeitete. Diese Zeit beschreibt sie als „wunderschön, aber auch schwer“. Parallel zur Theaterarbeit gelang ihr Anfang der 1970er-Jahre der Sprung auf die Kinoleinwand. Mit den Johannes-Mario-Simmel-Verfilmungen „Und Jimmy ging zum Regenbogen“ und „Liebe ist nur ein Wort“ wurde sie 1971 einem Millionenpublikum bekannt. Später feierte sie Erfolge im Fernsehen mit Auftritten in Klassikern wie „Tatort“ und „Reifezeugnis“.

Ihr größter Bühnen-Erfolg war das Einpersonenstück „Marlene“, in dem sie Marlene Dietrich verkörperte. Die Produktion war jahrelang in ausverkauften Häusern zu sehen und führte sie bis nach Japan. Bis heute gilt diese Rolle als einer der Höhepunkte ihrer Theaterlaufbahn.

Synchronsprecherin mit internationaler Anerkennung

Neben ihrer Schauspielkarriere hat Judy Winter auch eine zweite, oft unterschätzte Säule: ihre Arbeit als Synchronsprecherin. 1976 erhielt sie die Goldene Kamera für ihre deutsche Stimme von Liv Ullmann in „Szenen einer Ehe“. Darüber hinaus sprach sie unter anderem Vanessa Redgrave, Shirley MacLaine, Bette Midler und Jane Fonda. Später war sie auch für die Stimme von Frau Mahlzahn in den „Jim-Knopf“-Verfilmungen verantwortlich.

Ihre frühen Jahre in der Branche waren eng mit Regisseur Peter Zadek verbunden, mit dem sie als Jugendliche eine lange Beziehung führte. In Interviews erzählte sie über das Machtgefälle dieser Zeit und berichtete, dass sie sich zeitweise auch um Zadeks zwei Kinder und seinen Vater kümmerte.

Privates Leben: Meer, Ruhe und Freiheit

Judy Winter beschreibt ihre Jahre rückblickend als „wunderschön, aber auch schwer“. Später fand sie mit dem Kölner Jazzmusiker Rolf Kühn († 2022) eine Partnerschaft „auf Augenhöhe“. Kühn sei ihre größte Liebe gewesen und habe ihr musikalisch eine völlig neue Welt eröffnet. Privat lebt sie seit den frühen 1990er-Jahren als zufriedene Singlefrau. In Interviews betonte sie, dass sie diese Lebensform bewusst gewählt habe und kein anderes Modell mehr brauche.

Dem ZDF verriet sie, wie sie ihre freie Zeit am liebsten verbringt: am Meer, ohne jeden Termin, faul in den Tag hinein, mit langen Spaziergängen am Strand und viel Ruhe. Ein wichtiger Teil ihres Lebens ist ihr adoptierter Sohn Francis Winter, den sie 1999 als Erwachsenen adoptierte und der ihr bis heute eng verbunden ist.

Jung bleibt sie durch Neugierde

Für Judy Winter ist das wichtigste, was sie jung hält, die Neugierde. Die Neugier auf Menschen, Situationen und das Leben. Und genau diese Offenheit ist für sie der Grund, warum sie bei „Familie Bundschuh“ weitermachen möchte: „Da würde ich überhaupt kein Ende absehen.“

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