Streaming-Tipp: Ein Action-Klassiker mit unvergesslichen Schusswechseln
Die Legenden treffen aufeinander
Robert De Niro und Al Pacino gehörten bereits 1974 zum Cast des Mafia-Epos „Der Pate 2“, hatten dort jedoch aufgrund der Erzählstruktur keine einzige gemeinsame Szene. Es sollten im Anschluss noch zwei volle Jahrzehnte vergehen, bis die inzwischen zu noch größeren Hollywood-Stars herangereiften Oscarpreisträger zum ersten Mal tatsächlich gemeinsam vor der Kamera standen. 1995 war es dann also endlich so weit – und zwar in Michael Manns Cop-vs.-Gangster-Meisterwerk „Heat“, das jeder Filmfan (mindestens) einmal gesehen haben sollte.
„Heat“ ist aktuell in mehreren Streamingdiensten problemlos abrufbar. Sowohl bei Netflix als auch in den Abos von Amazon Prime Video und Disney+ kann das Werk momentan genossen werden. Mit einer Länge von 170 Minuten bietet der Film eine faszinierende Mischung aus Charakterdrama, Gangster-Thriller und Actionfilm, ohne eines der Genres zu vernachlässigen. Jede Minute wird sinnvoll genutzt, um ein spannendes Gesamtbild zu erzeugen.
Eine Meisterarbeit von Michael Mann
Michael Mann, der Regisseur von „Insider“ und „Collateral“, lieferte mit „Heat“ ein Remake seines eigenen TV-Films „Showdown in L.A.“. Das Ergebnis ist eine virtuose Arbeit, die auf verschiedenen Ebenen überzeugt. Neben dem Duell zwischen Pacino und De Niro gibt es zahlreiche andere Figuren, die ebenfalls top besetzt sind. Val Kilmer, Jon Voight und Natalie Portman spielen dabei wichtige Rollen, die dem Gesamtgeschehen zusätzlichen Gewicht verleihen.
Die Geschichte dreht sich um Neil McCauley (De Niro), einen gewieften Räuber, der noch ein letztes großes Ding durchziehen will, und Vincent Hanna (Pacino), den Polizisten, der ihn jagt. Obwohl die beiden Protagonisten auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes stehen, zeigen sie überraschende Gemeinsamkeiten. Dies führt dazu, dass man sich schwer tut, wem man den Vorzug geben soll.
Das berühmte Diner-Duell
Michael Mann spielt in „Heat“ regelrecht mit dem langersehnten Aufeinanderprallen von Pacino und De Niro. In der Mitte des Films treffen sie schließlich zum ersten Mal direkt aufeinander – nicht in einer Actionszene, sondern in einem einfachen Gespräch in einem Diner. Beide Schauspieler haben die Unterhaltung vor dem Dreh bewusst nicht geprobt, um eine noch größere Wirkung zu erzielen. Das Resultat ist eine elektrisierende Spannung, die unter der Oberfläche brodelt und die Konfrontation der beiden Hollywood-Legenden zum Filmmoment für die Ewigkeit macht.
Eine atemberaubende Schießerei
Auch die Action kommt in „Heat“ nicht zu kurz. Michael Mann setzt sie nur sehr dosiert ein, doch wenn es zur Sache geht, bricht sie umso brachialer über die Figuren herein. Besonders beeindruckend ist die Schießerei auf den Straßen von L.A. nach einem missglückten Banküberfall. Was Mann hier im wahrsten Sinne des Wortes abfeuert, ist eine absolute Wucht und sucht in Sachen Intensität seinesgleichen.
Der Filmemacher erzeugt ein schweißtreibendes Mittendrin-Gefühl, nicht nur durch das dynamische Ausufern der Szene, sondern auch mithilfe des außergewöhnlichen Sounddesigns. Statt die Umgebungs- und Gewehrgeräusche erst noch zu designen, nahm Mann die unverfälschte Geräuschkulisse direkt am Set auf. Die ewig nachhallenden Schüsse, die von der Umgebung unheilvoll zurückgeworfen werden, machen die Gefahr in der Szene allgegenwärtig.
Ein Meisterwerk, das niemals verblasst
„Heat“ bleibt einer der besten Filme aller Zeiten. Die Kombination aus intensiver Story, herausragender Darstellung und präziser Regie macht den Film zu einem unvergesslichen Erlebnis. Wer diesen Film noch nicht gesehen hat, sollte ihn sich unbedingt anschauen.
Michael Mann hat zudem eine literarische Fortsetzung zu „Heat“ veröffentlicht. Das Buch soll auch verfilmt werden, und zwar erneut mit einem absoluten Star-Cast. Mehr dazu erfahrt ihr in weiteren Artikeln.

