Weihnachten in der ARD: Wo sind die Stars von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“?

Die Schauspieler des Märchenfilms „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und ihr Leben nach dem Film

Der Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ aus dem Jahr 1973 ist bis heute ein fester Bestandteil der Weihnachtszeit. Er wurde als deutsch-tschechische Koproduktion gedreht und basiert auf einer Vorlage von Božena Němcová. Die Darsteller wurden durch ihre Rollen einem breiten Publikum bekannt. Doch was ist aus den Hauptdarstellern dieses Klassikers geworden?

Libuše Šafránková als Aschenbrödel

Libuše Šafránková, die in der Rolle der scheuen Aschenputtel eine große Bekanntheit erlangte, zählt zu den bekanntesten tschechischen Schauspielerinnen. Sie wirkte in über 90 Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter auch mehrere erfolgreiche Märchenfilme wie „Die kleine Meerjungfrau“ an der Seite ihrer jüngeren Schwester Miroslava Šafránková und „Der dritte Prinz“ (1982). Später übernahm sie Charakterrollen, unter anderem in dem Oscar-prämierten Film „Kolya“ (1996), für den sie mit dem Böhmischen Löwen als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Zuletzt stand sie 2014 vor der Kamera.

Šafránková erkrankte 2015 an Lungenkrebs, ließ sich operieren und plante ein Comeback, bevor sie am 9. Juni 2021 im Alter von 68 Jahren an den Folgen ihrer Erkrankung in Prag verstarb; sie wurde in ihrer Heimatstadt Šlapanice beigesetzt. Sie hinterließ ihren Ehemann, den Schauspieler Josef Abrhám, mit dem sie seit 1976 verheiratet war, sowie ihren gemeinsamen Sohn Josef Abrhám Jr.

Pavel Trávníček als Prinz

Pavel Trávníček, der in der Rolle des Prinzen eine große Rolle spielte, setzte seine Schauspielkarriere in über 80 Film- und Fernsehrollen erfolgreich fort. Er war auch am Theater zu sehen und arbeitete als Sprecher, unter anderem für internationale Schauspieler wie Alec Baldwin oder Terence Hill in der tschechischen Synchronisation.

Trávníček kündigte sein Karriereende für 2023 an, nachdem er gesundheitliche Probleme und intensive Medienberichterstattung als belastend empfand. Vorwürfe unangemessenen Verhaltens am Filmset standen im Mittelpunkt. Obwohl er 2024 wieder in zwei Produktionen zu sehen war, gab er letztlich seinen Beruf auf.

Carola Braunbock als Stiefmutter

Die deutsche Schauspielerin Carola Braunbock verkörperte die böse Stiefmutter in zahlreichen DEFA- und DFF-Produktionen. Aufgrund ihrer fülligen Statur spielte sie oft Nebenrollen wie Mütter, Bäuerinnen oder Witwen. Sie war auch eine erfolgreiche Sprecherin für Hörspiele im Rundfunk der DDR.

Privat erlebte sie schwere Schicksalsschläge: 1954 wurde sie nach nur wenigen Monaten Ehe Witwe, als ihr Mann Johannes Schmidt starb. 1978 erlag sie selbst im Alter von 54 Jahren einem Krebsleiden. Ihr 1953 geborener Sohn starb 2020 im Alter von 67 Jahren nach schwerer Krankheit.

Rolf Hoppe als König

Rolf Hoppe, der den impulsiven König in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ verkörperte, galt bis zu seinem Tod im Alter von 87 Jahren als einer der großen Charakterdarsteller der DDR. Mit seiner markanten Erscheinung und Vielseitigkeit wirkte er ab den 50er Jahren in über 400 Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen mit. Besonders bekannt wurde er durch seine Rollen in DEFA-Produktionen wie „Mephisto“ (1981), der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, sowie in internationalen Produktionen.

Seine letzte Fernsehrolle hatte er 2017 im „Spreewaldkrimi“. Sein Mephisto-Filmpartner Klaus Maria Brandauer würdigte ihn als „ganz großen Schauspieler.“

Karin Lesch als Königin

Karin Lesch (89) wirkte in den 60er Jahren in wenigen DEFA- und DFF-Produktionen mit, darunter auch weitere Märchenfilme wie „Das Zaubermännchen“. Ihre Rolle in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zeichnete sich besonders durch ihre feine Ironie und ihr Taktgefühl aus, was sie zur idealen Filmpartnerin von Rolf Hoppe machte.

Nach diesem Film widmete sie sich ausschließlich dem Theater und spielte alles von Shakespeare bis Gorki. Lesch war mit dem Regisseur und ehemaligen DEFA-Generaldirektor Hans Dieter Mäde verheiratet und lebte zurückgezogen in einem kleinen Dorf bei Berlin. Lesch starb am 12. März 2025, ihr Tod wurde erst rund einen Monat später bekannt.

Dana Hlaváčová als Dora

Die tschechische Schauspielerin Dana Hlaváčová, die mit ihren großen, ausdrucksstarken Augen die eifersüchtige und verwöhnte Stiefschwester Dora spielte, hatte eine Vorliebe für komische Rollen. Sie wirkte in mehr als 60 Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter „Die kleine Meerjungfrau“. In den 1990er Jahren zog sie sich allmählich von der Schauspielerei zurück. Ihre letzte Filmrolle spielte sie 2012. Hlaváčová hat sich der Kunst verschrieben und leitet eine Kunstschule in Prag.

Bonus: Karel Svoboda – Komponist des Films

Ohne Karel Svoboda ist „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ kaum vorstellbar: Er war einer der bekanntesten Komponisten der Tschechoslowakei und schuf zahlreiche unvergessliche Filmmelodien. Neben Märchenfilmen komponierte er auch für erfolgreiche Serien wie „Die Märchenbraut“ und „Pan Tau“. Zeichentrickfans dürfte aber vor allem „Die Biene Maja“ mit Karel Gott bekannt sein. Auch „Wickie und die starken Männer“, „Pinocchio“ und „Nils Holgersson“ wurden durch seine Kompositionen getragen.

Leider litt Svoboda an Depressionen und nahm sich 2007 im Alter von 68 Jahren das Leben. Sein Werk bleibt jedoch ein zentraler Bestandteil der europäischen Filmmusikgeschichte.

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