„Ich lebe viele kurze Fantasien“: Cate Blanchett im Elle-Interview

Cate Blanchett: Eine Stimme, die im Gedächtnis bleibt

Cate Blanchett ist eine der beeindruckendsten Schauspielerinnen der modernen Zeit. Mit ihrer klaren Stimme und einer Präsenz, die selbst über das Telefon hinweg spürbar ist, verzaubert sie ihre Zuhörer. Während des Interviews mit Elle.de entschied sie sich für ein klassisches Telefonat – ein bewusster Schritt in Richtung Oldschool. In Venedig, wo sie gerade auf den Filmfestspielen präsentiert wird, spricht sie über ihre neue Rolle in Jim Jarmuschs Film „Father Mother Sister Brother“, der am 26. Februar in den Kinos startet und später den Goldenen Löwen gewinnt. Doch nicht nur der Film steht im Fokus, sondern auch ihre Arbeit als Gesicht von Armani Beauty.

Was bedeutet Schönheit für Cate Blanchett?

Für Blanchett ist Schönheit mehr als nur äußere Erscheinung. Sie betont, dass es sich um etwas tieferes handelt, das mit Ruhe, Individualität und Erinnerung verbunden ist. „Schöne Menschen haben oft keine Ahnung, wie beeindruckend sie sind. Sie strahlen eine innere Präsenz aus, die man nicht vergisst.“ Sie sieht heute eine große Menge an Gleichförmigkeit und betont, dass Individualität einen besonderen Zauber hat.

Drei Worte, mit denen sie sich beschreiben würde

Als Fragestellerin fragt sie, was sie sich wünschen würde zu sein. Ihre Antwort ist klar: energisch, loyal und neugierig. Diese Eigenschaften prägen ihr Leben und ihre Arbeit. Sie ist jemand, der sich für seine Leidenschaften stark macht und immer wieder bereit ist, Neues zu entdecken.

Wie hat sich ihre Selbstbeziehung entwickelt?

Blanchett reflektiert über ihre Entwicklung. Sie erkennt, dass sie in der Vergangenheit oft zweifelnd war, aber heute lernt sie, sich selbst besser zu verstehen. Sie betont, dass sie heute besser im Abwägen und Beurteilen ist und dass sie sich mehr auf andere konzentriert. Dies hat sie zu einer besseren Freundin, Mutter und Künstlerin gemacht.

Aufregung auf dem roten Teppich

Obwohl sie früher wie eine Gladiatorin auf den roten Teppichen stand, ist sie heute gelassener. Sie sieht die Situation lockerer und versteht, dass es letztlich darum geht, den Film zu promoten und den Regisseur zu unterstützen.

Welche Rolle würde sie gerne tauschen?

Einige ihrer Rollen haben sie tief berührt. Besonders die Rolle der Dirigentin Lydia Tár aus dem Film „Tár“ fasziniert sie. Nicht nur wegen des Berufs, sondern auch wegen des Ortes, in dem sie lebt – dem Boros Bunker in Berlin. Sie träumt davon, dort zu wohnen und sich in diese Welt einzufügen.

Was reizt sie an Transformationen?

Blanchett liebt es, sich in verschiedene Rollen zu verwandeln. Sie betont, dass dies nicht nur äußerliche Veränderungen sind, sondern auch innere Erfahrungen. Durch die Kostüme und Looks kann sie sich vollständig in einen Charakter versetzen und neue Seiten von sich selbst entdecken.

Welcher Typ Frau würde sie gerne spielen?

Sie gibt zu, dass sie nicht aktiv nach Rollen sucht, aber eine Auktionatorin wäre eine spannende Herausforderung. Der Macht, Rhetorik und Performance, die damit verbunden sind, ist sie sehr fasziniert.

Ja zu Möglichkeiten

Als Gesicht des Duftes „Sì“ von Giorgio Armani betont sie, dass sie gern „Ja“ sagt, wenn sich Gelegenheiten bieten. Allerdings versucht sie nun, selektiver zu sein und mehr in sich hineinzuhören.

Lieblingsduft und neue Lernziele

Ihr Lieblingsduft sind holzige Noten, die sie an Wälder erinnern. Doch ihr persönlicher Favorit ist der Geruch von Tomaten in ihrem Garten – ein Symbol für Heimat und Sommer.

Neben dem Duft interessiert sie sich auch für praktische Fähigkeiten. Sie möchte lernen, einen Motor in ein Auto einzubauen, ohne einen Mechaniker zu brauchen. Und obwohl sie noch nicht perfekt ist, ist sie stolz darauf, Feuer selbst anzuzünden.

Ein neues Werk mit Jim Jarmusch

Der Film „Father Mother Sister Brother“ ist für Blanchett besonders wichtig. Sie lobt Jim Jarmuschs feinfühligen Blick auf Familie und die Strukturen darin. Die Zusammenarbeit mit Charlotte Rampling und Vicky Krieps war eine schöne Erfahrung, die sie sogar zu einer echten Familie machte. Und ihre neue Frisur sowie die Brille sind weitere neue Erfahrungen, die sie genießt.

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