Streaming-Tipp: Ein vergessenes Western-Juwel mit einem Kino-Legende

Ein Film über einen Mann, der in der Geschichte des Wilden Westens verschwunden ist

„Ich, Tom Horn“ ist ein Biopic, das den Lebensweg eines Mannes erzählt, der von vielen seiner Zeitgenossen als einer der letzten Helden des Wilden Westens angesehen wurde. Andere hingegen sahen in ihm einen psychopathischen Killer. Bis heute sind sich Historiker*innen uneinig darüber, wer oder was er wirklich war. Der Film basiert auf den eigenen Aufzeichnungen des echten Tom Horn und vermittelt dabei eine komplexe Darstellung eines Menschen, der zwischen moralischer Ambivalenz und persönlicher Verzweiflung steht.

Der Film wurde von William Wiard inszeniert, einem Regisseur, der vor allem durch seine Arbeit an Serien wie „Bonanza“ und „MAS*H“ bekannt wurde. In der Hauptrolle spielt Steve McQueen, der mit Filmen wie „Papillon“, „Gesprengte Ketten“ und „Bullitt“ zu einem der ikonischsten Stars Hollywoods gehörte. Seine letzte filmische Rolle, die er auch als Produzent übernahm, ist „Ich, Tom Horn“. Der Film ist heute nur noch selten im Kino zu sehen, aber man kann ihn bequem als Video-on-Demand bei Anbietern wie Amazon Prime Video, Apple TV oder MagentaTV streamen.

Die Geschichte von Tom Horn

Tom Horn (1860–1903) war ein Mann mit einer bewegten Vergangenheit. Als junger Fährtenleser war er entscheidend an der Gefangennahme des berühmten Apachenhäuptlings Geronimo beteiligt. Doch mit der Zeit veränderte sich die Welt – die nordamerikanischen Ureinwohner waren besiegt, und der Westen war erschlossen. Für jemanden wie Horn, der in seiner Jugend so talentiert war, schien es kein Platz mehr zu geben.

Nach einigen harten Jahren landete er schließlich in Wyoming, wo er einen Job fand, der seinen Fähigkeiten entsprach. Er wird engagiert, um Viehdieben das Handwerk zu legen. Horn geht dabei gnadenlos vor, was sowohl für die lokale Bevölkerung als auch für die Justiz problematisch wird. Die lokale Justiz, vertreten durch Marshal Belle und Sheriff Creedmore, ist nicht begeistert von seinem Vorgehen und überlegt, wie man sich seiner entledigen könnte.

Steve McQueens Vorbereitung und die Dreharbeiten

Steve McQueen war sehr eng mit dem Projekt verbunden. Er las alle überlieferten Aufzeichnungen Horns, darunter auch das Buch „Life Of Tom Horn: Government Scout And Interpreter“, das Horn kurz vor seinem Tod selbst verfasste. Außerdem unternahm er eine Reise durch die USA, um den Lebensweg des Protagonisten nachzuvollziehen. Von Missouri bis zu seinem Grab in Arizona verfolgte er den Weg des legendären Helden.

McQueen war auch stark in das Skript eingebunden, das von Thomas McGuane und Bud Shrake geschrieben wurde. Zunächst sollte Don Siegel den Film inszenieren, doch dieser stieg später aus. Stattdessen übernahm James William Guercio, den McQueen jedoch bereits am dritten Drehtag entließ. Schließlich kam William Wiard ins Spiel, der zwar Regisseur war, aber von McQueen selbst stark beeinflusst wurde.

Die Atmosphäre und die Darstellung

Der Film ist geprägt von einer schwermütigen Ruhe, die durch die beeindruckenden Panoramen von Kameramann John A. Alonzo entsteht. Die Atmosphäre ist dicht und intensiv, und McQueens Performance als Tom Horn zieht die Zuschauer emotional in den Bann. Obwohl der Film nicht viele Worte verwendet, gelingt es ihm, die Stimmung und die Dramatik der Situation zu vermitteln.

Während der Dreharbeiten litt McQueen zunehmend an Atemproblemen. Nach „Ich, Tom Horn“ spielte er nur noch in einem weiteren Film mit: dem Action-Thriller „Jeder Kopf hat seinen Preis“. Kurz darauf wurde bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert, dem er im November 1980 erlag.

Fazit

„Ich, Tom Horn“ ist ein Film, der nicht nur die Geschichte eines historischen Figures erzählt, sondern auch eine tiefgründige Reflexion über Moral, Identität und die Veränderung der amerikanischen Gesellschaft im 20. Jahrhundert. Mit Steve McQueens intensiver Darstellung und der kraftvollen Inszenierung bietet der Film eine emotionale und visuelle Erfahrung, die bis heute beeindruckt. Wer Interesse an der Geschichte des Wilden Westens oder an der Arbeit eines der größten Stars Hollywoods hat, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.

Similar Posts

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *