Vom Obdachlosen zum Superstar: Das unglaubliche Hollywood-Märchen von “Avatar 3”

Der Weg des Unbekannten

Eigentlich sollte Matt Damon die Hauptrolle Jake Sully in „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ spielen. Aufgrund seiner Verpflichtungen im „Bourne“-Franchise musste er das Angebot jedoch ausschlagen, inklusive einer zehnprozentigen Gewinnbeteiligung. Dadurch verlor er mehr als 250 Millionen Dollar. Ein Megadeal, der nie zustande kam, und doch war es genau dieser Umstand, der dazu führte, dass ein Hollywood-Märchen entstand.

James Cameron, der Regisseur des Films, sah sich aufgrund der hohen Produktionskosten gezwungen, nach einer günstigeren Lösung zu suchen. Und so fand er Sam Worthington. Der Australier lebte damals in seinem Auto, als er die Rolle von Jake Sully bekam – und so plötzlich Teil des erfolgreichsten Films aller Zeiten wurde.

Seitdem hat sich viel getan. Worthington ist in zahlreichen Großproduktionen zu sehen, ist aber vor allem seit 16 Jahren das Gesicht der Pandora-Saga. Am 17. Dezember kehrt er nun erneut als Jake Sully zurück, in „Avatar 3: Fire And Ash“!

Eine Karriere aus dem Nichts

Sam Worthington begann seine Schauspielkarriere in Australien, wo er ab der Jahrtausendwende regelmäßig vor der Kamera stand. Doch obwohl er in Filmen wie „Rogue“, „Macbeth“ oder „The Great Raid“ zu sehen war, blieb der große Durchbruch aus. Er erzählte im Gespräch mit Variety: „Ich lebte in Sydney und jedes Mal, wenn ich in die Bar ging, hat man mich dort erkannt. Dagegen habe ich rebelliert.“

Er verkaufte all sein Hab und Gut an seine Freunde, ließ sein Auto mit einer Matratze ausstatten und lebte fortan auf der Straße. „Ich mochte nicht, wer ich war“, gestand er ein. Ausgerechnet dann erhielt er eine Anfrage für die Rolle eines gewissen Jake Sully – und wurde zu einem Casting eingeladen, das eigentlich kaum schlechter laufen konnte.

Das Vorsprechen eines Rebells

Das Vorsprechen fand unter höchster Geheimhaltung statt. Sam Worthington wusste nicht, für welchen Film er überhaupt vorsprach – geschweige denn, wer Regie führte. Ihm wurde lediglich gesagt, dass seine Rolle Jake Sully sein würde, der auf einem fremden Planeten ankommt – und das war’s.

Das brachte den Australier derart in Rage, dass er sich sogar weigerte, die ihm aufgetragenen Zeilen zu lesen. Stattdessen spuckte er einen Kaugummi in Richtung Kamera. „Ich war einfach nur sauer.“ Überzeugt, das Casting vergeigt zu haben, zog er von Dannen – nur um später zu erfahren, wer das Abenteuer von Jake Sully inszenieren würde: James Cameron.

Die Entscheidung des Regisseurs

Cameron mochte die Kämpfer-Attitüde des Australiers. Genau die hatte er für Jake Sully gesucht. Nachdem der Meisterregisseur sich erst einmal mit Worthingtons australischem „Akzent wie Crocodile Dundee“ abgefunden hatte, erkannte er in ihm das, was ihm bei anderen Kandidaten fehlte: „Sam war der Typ, dem ich in die Schlacht folgen wollte. Er war der Typ, mit dem ich durch die Hölle gehen wollte. Das schafften die anderen Darsteller nicht“, so Cameron.

Trotz Bedenken seitens des Studios, die Hauptrolle in einem solchen Mega-Blockbuster mit einem No-Name zu besetzen, bekam Worthington den Part. Ihm die frohe Nachricht zu übermitteln, gestaltete sich allerdings fast genauso schwierig wie das Vorsprechen. Produzent Jon Landau erinnert sich: „Es hat Tage gedauert, ihn zu erreichen, weil er irgendwo auf einer Bergspitze ohne Telefon war. So ist Sam.“

Und so war es 2009 endlich auch so weit: Sam Worthington feierte seinen internationalen Durchbruch. Neben „Avatar“ war er dann auch gleich noch in „Terminator: Die Erlösung“, der Fortsetzung eines anderen Cameron-Meilensteins, zu sehen – bevor er mit „Kampf der Titanen“ (2010) direkt in seinem nächsten Blockbuster auf die Leinwand zurückkehrte. Bis heute ist Worthington natürlich vor allem als Jake Sully bekannt, auch wenn sich seine Rolle im nächsten „Avatar“-Film durchaus ein wenig verändert.

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