Ein Muss für “Fluch der Karibik”-Fans: Wilde Abenteuer mit einem Hollywood-Legende – jetzt im Heimkino
Burt Lancaster – Ein Kultstar, der endlich in HD erscheint
Burt Lancaster war einer der ikonischsten Schauspieler des 20. Jahrhunderts. Er gewann einen Oscar als bester Hauptdarsteller und wurde insgesamt drei weitere Male für den Preis nominiert. Seine Filme waren nicht nur künstlerisch beeindruckend, sondern auch kommerziell erfolgreich. In den 1950er- und frühen 1960er-Jahren wählte die Filmbranche ihn mehrfach zu einem der größten Stars der Welt. Doch im deutschen Heimkino hat er bislang oft unterrepräsentiert gelebt.
Viele seiner Klassiker sind bis heute nicht in HD erhältlich. Das gilt auch für sein berühmtes Piratenabenteuer „Der rote Korsar“, das mit seinem unkonventionellen Tonfall und seiner Actionlust durchaus als Vorreiter für die späteren „Fluch der Karibik“-Filme angesehen werden darf. Bis vor kurzem war der Film in Deutschland nur in schlechter Qualität oder gar nicht verfügbar. Doch diese Woche brachte Warner Bros. endlich eine Blu-ray-Version des Films auf den Markt.
Der Inhalt von „Der rote Korsar“
Im 18. Jahrhundert ist Vallo, besser bekannt als „der rote Korsar“, ein mächtiger Piratenkapitän. Als er ein königliches Schiff kapert, das über eine große Waffenladung verfügt, ändert sich seine Pläne. Statt die Waffen an Rebellen zu verkaufen, will er sie gegen eine hohe Belohnung nutzen, um El Libre, den Anführer der Rebellen, zu töten. Doch ob Vallos Unterstützung wirklich so leicht zu erkaufen ist, bleibt fraglich. Und kann El Libres Tochter Consuelo ihn vielleicht doch noch zur Umkehr bewegen?
Ein Thriller-Experte dreht den Piratenwahn
Für „Der rote Korsar“ setzte Warner Bros. auf grandiose Spezialeffekte und beeindruckende Szenen. Zwei speziell gebaute Schiffe und bis zu 800 Statistinnen in einer Szene sorgten für eine riesige Menge an Action. Eine kleine Hollywood-Anekdote: Weil das Catering auf der Insel Ischia nicht den Erwartungen entsprach, organisierten einige Statistinnen einen Sitzstreik. Als dieser erfolglos blieb, reisten viele vorzeitig ab.
Regisseur Robert Siodmak, der bereits mit „Menschen am Sonntag“ und „Die Wendeltreppe“ Erfolge feierte, schuf mit dem Film eine beeindruckende Mischung aus Abenteuer und Thriller. Besonders auffällig sind die Requisiten und Szenenbilder, gestaltet von Ken Adam. Der Szenenbildner, der später für „Barry Lyndon“ und James-Bond-Filme bekannt wurde, schuf hier fantastische Waffen und Schiffe, die den Film in eine eigene Kategorie heben.
Die Entstehungsgeschichte des Films
Interessant ist auch die Geschichte hinter der Entstehung von „Der rote Korsar“. Laut Christopher Lees Autobiografie „Tall, Dark And Gruesome“ war der Film ursprünglich als ernsthafter und nachdenklicher Film geplant. Doch Regisseur Siodmak änderte die Richtung innerhalb von 48 Stunden. Dieser plötzliche Umschwung führte zu einer sehr unterschiedlichen Tonlage, die sich vom ursprünglichen Konzept abweicht.
Auch in anderen Projekten von Burt Lancaster lässt sich die Stilistik von Siodmak erkennen. Eines davon, der Thriller „The Killers“, feierte kürzlich seine Blu-ray-Premiere. Obwohl nicht von Siodmak inszeniert, passt er stilistisch nahtlos in dessen Reihe von Noir-Filmen.
Fazit
„Der rote Korsar“ ist ein Klassiker, der in Deutschland lange Zeit vernachlässigt wurde. Mit der Blu-ray-Veröffentlichung wird er nun endlich in einer modernen Form zugänglich gemacht. Für Fans von Abenteuerfilmen und historischen Episoden ist der Film eine Pflichtlektüre. Und wer wissen möchte, wie Piraten im 18. Jahrhundert aussehen könnten, sollte sich diesen Film auf jeden Fall anschauen.

